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Tauchgrundierung: Warum wir jeden Holzfensterrahmen komplett eintauchen

Tauchgrundierung bei Holzfenstern: Warum wir jeden Rahmen ganz eintauchen und von Hand weiterarbeiten – Einblick aus unserer Tischlerei in Detmold.

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Holzfensterrahmen nach der Tauchgrundierung hängen zum Abtropfen an Deckenhaken in einer Tischlereiwerkstatt

Die wenigsten Bauherren fragen uns, wie ein Fensterrahmen eigentlich zu seiner Grundierung kommt. Dabei entscheidet genau dieser Arbeitsschritt mit darüber, ob ein Holzfenster nach zwanzig Jahren noch gut aussieht – oder ob an den Unterkanten die ersten Stellen aufgehen.

Bei uns wird der Rahmen nicht besprüht und nicht gestrichen. Er wird getaucht. Vollständig, in einem Bad aus Grundierung, bis das Holz von allen Seiten benetzt ist. Ein altes, schlichtes und bis heute unübertroffenes Verfahren – und ein gutes Beispiel dafür, warum wir in der Oberfläche bewusst beim bewährten Handwerk geblieben sind.

Einblick in die Oberflächenbehandlung. Hier wurde die Tauchgrundierung aufgebracht
An der Rahmenecke läuft überschüssige Grundierung ab – genau so soll es sein.

Was ist eine Tauchgrundierung eigentlich?

Die Tauchgrundierung ist der erste Schutzauftrag auf dem rohen Holz. Der fertig zusammengebaute Rahmen wird dabei komplett in ein Becken mit Grundiermittel eingetaucht – nicht nur die Sichtflächen, sondern jede Kante, jede Nut, jeder Fälz.

Fälze sind die Nuten, in die später Glas und Dichtungen eingesetzt werden. Sie sieht man am eingebauten Fenster nie. Und trotzdem sind sie die Stellen, an denen Feuchtigkeit am liebsten angreift. Wer nur die schönen Flächen behandelt, schützt das Fenster genau dort nicht, wo es darauf ankommt.

  • Allseitiger Schutz: Die Grundierung erreicht auch verdeckte Bereiche und Hirnholzflächen an den Ecken
  • Gleichmäßige Aufnahme: Das Holz saugt sich rundum satt, ohne trockene Zonen
  • Vorbeugender Schutz: Bläue und Fäulnis finden keine offene Eintrittsstelle

Warum tauchen wir statt zu spritzen?

Weil ein Spritzstrahl immer nur dorthin kommt, wohin er gerichtet wird. Ein Tauchbad kommt überall hin. So einfach ist die Rechnung – und deshalb hat sich an diesem Verfahren seit Generationen nichts Grundsätzliches geändert.

Nach dem Tauchen hängen die Rahmen bei uns frei an Deckenhaken ab. Das überschüssige Material läuft langsam an den Unterkanten zusammen und tropft ab. Wird ein Rahmen zu früh abgelegt oder gestapelt, bilden sich sogenannte Nasen – kleine Materialwülste, die aushärten und die spätere Lasur ungleichmäßig aufnehmen. Man sieht sie oft erst, wenn das Fenster längst eingebaut ist und das Licht seitlich darauf fällt. Deshalb bekommt jeder Rahmen bei uns seine ruhige Zeit zum Abtropfen.

Was danach folgt

  • Zwischenschliff von Hand, sobald die Schicht wirklich durchgehärtet ist
  • Auftrag der Zwischen- und Deckbeschichtung in der gewünschten Farbe oder Lasur
  • Abschließende Sichtprüfung im Streiflicht, bevor der Rahmen verglast wird

Warum arbeiten wir in der Oberfläche bewusst von Hand?

Weil es hier nichts zu automatisieren gibt, was ein erfahrener Tischler nicht besser könnte. Die Oberfläche ist bei uns reines Handwerk: Tauchen, Abtropfen, Schleifen, Beurteilen, Nacharbeiten. Kein Roboter, keine Anlage, die den Blick ersetzt.

Ein Fingerstrich über die Kante verrät, ob die Schicht gleichmäßig aufgetragen ist. Ein flacher Blick ins Streiflicht zeigt, ob eine Stelle noch einmal nachgearbeitet werden muss. Ob das Holz für den nächsten Schritt bereit ist, entscheidet nicht ein Timer, sondern die Erfahrung des Kollegen, der davorsteht. Dieses Wissen steht in keinem Handbuch – es wird bei uns von Kollege zu Kollege weitergegeben, oft über Generationen hinweg.

Missverstehen Sie uns nicht: In der Fertigung setzen wir sehr wohl auf moderne Technik. Präzise gesteuerte Maschinen beim Zuschnitt und bei der Profilbearbeitung, aktuelle Beschlagsysteme, Dreifachverglasung mit niedrigem Uw-Wert – das ist der Wert, der angibt, wie viel Wärme ein komplettes Fenster nach außen verliert; je kleiner die Zahl, desto besser dämmt es. Aber wenn es an die Oberfläche geht, gewinnt das ruhige, sorgfältige Handwerk. Beides gehört bei uns zusammen.

Was bedeutet die eigene Fertigung in Detmold für Ihr Fenster?

Es bedeutet, dass wir wissen, was in Ihrem Fenster steckt – vom Zuschnitt über das Tauchbad bis zur Montage bei Ihnen zu Hause. Bei sehr großen Vorhaben ergänzen wir unser Programm auch einmal um zugekaufte Elemente, doch der Kern unserer Arbeit entsteht in der eigenen Werkstatt.

Für Sie hat das sehr praktische Vorteile:

  • Passgenau statt Standardmaß: In Bestandsgebäuden ist selten eine Öffnung wie die andere. Wir fertigen nach Aufmaß – auch für historische und denkmalgeschützte Objekte in Lippe und Ostwestfalen-Lippe.
  • Planbare Termine: Wir wissen jederzeit, wo Ihr Fenster gerade steht. Das macht Absprachen ehrlich und verlässlich.
  • Ein Ansprechpartner: Wer Ihr Fenster gebaut hat, montiert es auch. Bei Fragen nach Jahren wissen wir noch, welches Holz, welche Oberfläche und welches Beschlagsystem verbaut wurde.
  • Rücksicht auf Ihr Zuhause: Weil der größte Teil der Arbeit in der Werkstatt passiert, bleibt die Zeit bei Ihnen im Haus kurz und geordnet.

Gerade dieser letzte Punkt liegt uns am Herzen. Viele Menschen schieben eine Sanierung vor sich her, weil sie Dreck, Lärm und Unwägbarkeiten fürchten. Wir arbeiten deshalb so, dass Sie am Abend wieder in einem aufgeräumten Zuhause sitzen: Abdeckungen, saubere Anschlüsse, Bauschutt mitgenommen. Das ist für uns keine Zusatzleistung, sondern selbstverständlicher Anstand.

Woran erkennen Sie eine sorgfältig grundierte Fensteroberfläche?

An gleichmäßigem Glanz, sauberen Kanten und einer Fläche, die sich glatt und geschlossen anfühlt. Besonders aufschlussreich sind die Stellen, die man selten anschaut.

Fünf Punkte, die Sie selbst prüfen können

  1. Unterkanten und Wetterschenkel: Hier läuft Regenwasser ab. Die Beschichtung muss geschlossen sein, ohne Nasen und ohne dünne Stellen.
  2. Eckverbindungen: An den Gehrungen zeigt sich, ob das Material wirklich überall hingekommen ist.
  3. Fälze und Nuten: Auch die verdeckten Bereiche gehören geschützt – dort greift Feuchtigkeit am liebsten an.
  4. Streiflicht: Halten Sie den Blick flach zur Fläche. Läufer und Krater werden so sichtbar.
  5. Haptik: Eine gute Oberfläche fühlt sich seidig an, nicht rau und nicht klebrig.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre vorhandenen Holzfenster noch tragfähig sind oder ein Austausch der vernünftigere Weg wäre: Schauen Sie sich in Ruhe an, was unser Betrieb bei Fenstern und Türen leistet – oder fragen Sie uns einfach. Wir sagen Ihnen ehrlich, was wir für nötig halten und was nicht.

Lohnt sich der Aufwand für Sie als Hausbesitzer wirklich?

Ja – weil sich die Sorgfalt in der Werkstatt später in Jahren Wartungsruhe auszahlt. Ein allseitig grundierter Rahmen bleibt maßhaltig, und die Zeit bis zum ersten Nachstreichen verlängert sich deutlich.

Holzfenster haben den Ruf, pflegeintensiv zu sein. Der stammt aus einer Zeit, in der Rahmen von Hand gestrichen und die Unterseiten schlicht vergessen wurden. Mit einer vollständigen Tauchgrundierung sieht die Sache anders aus. Was bleibt, ist der Vorteil des Materials: die Wärme, die Optik, die Reparaturfähigkeit. Ein Holzfenster kann man abschleifen und neu beschichten – über Jahrzehnte gerechnet ist das ausgesprochen wirtschaftlich.

Und ganz ehrlich: Es ist auch einfach schön, wenn Licht auf eine Oberfläche fällt, an der jemand mit Verstand und ruhiger Hand gearbeitet hat. 🪵

Wenn Sie noch offene Fragen haben, finden Sie im folgenden FAQ-Bereich die Antworten, die uns Kunden am häufigsten stellen. Und falls Ihre Frage nicht dabei ist: Rufen Sie uns gerne an, wir nehmen uns die Zeit.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Der fertige Fensterrahmen wird vollständig in ein Bad aus Grundiermittel eingetaucht. So erreicht der Schutz auch Kanten, Nuten und Fälze, die später niemand mehr sieht – und genau dort greift Feuchtigkeit am liebsten an.

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